Jeder Mensch hat spezielle Bedürfnisse und Ansprüche – gemeinsam treffen wir die richtige Wahl

Die Heinrich-Heine-Klinik verfügt über eine Vielzahl von Therapieformen, welche je nach Diagnose und Behandlungsziel individuell zum Einsatz kommen. Gemeinsam finden wir die für Sie optimale Kombination aus Therapieansätzen und begleiten Sie auf dem Weg zu Ihrer Genesung!

Die Psychotherapie spielt eine äußerst wichtige Rolle in der Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Sie ist ein bewusster und geplanter Prozess zwischen dem Patienten und einem Psychotherapeuten, um Verhaltensstörungen positiv zu beeinflussen, psychisches Leid zu lindern bzw. zu heilen und zwischenmenschliche Konflikte zu bewältigen. 

Kommunikation als Schlüsselelement

Die Psychotherapie arbeitet mit psychologischen Mitteln, die im Erleben und Verhalten ihren Ansatzpunkt haben, dabei steht im Mittelpunkt die verbale und nonverbale Kommunikation. Das Ziel der meisten psychotherapeutischen Verfahren mit kommunikativen und übenden Techniken besteht darin, dem Patienten Strategien zur Bewältigung von Problemen aufzuzeigen, ihm Handlungskompetenz zu vermitteln und sein Selbstvertrauen aufzubauen.

Die 5 übergreifenden, allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie sind nach Grawe (1994):

  • Therapeutische Beziehung: Die Qualität der Beziehung zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten trägt wesentlich zum Therapieergebnis bei.
  • Ressourcenaktivierung: Die Besonderheiten, die ein Patient in die Therapie mitbringt, werden als positive Ressource für das therapeutische Vorgehen genutzt. Das betrifft vorhandene Bereitschaften, Fähigkeiten und Interessen des Patienten.
  • Problemaktualisierung: Die Probleme, die in der Therapie verändert werden sollen, werden unmittelbar erfahrbar, dies kann über unterschiedliche Herangehensweisen und Techniken erreicht werden.
  • Motivationale Klärung: Die Therapie fördert mit geeigneten Maßnahmen, dass der Patient ein klareres Bewusstsein der Ursprünge und Hintergründe seiner Problematik gewinnt.
  • Problembewältigung: Die Behandlung unterstützt den Patienten mit bewährten problemspezifischen Maßnahmen darin, positive Bewältigungserfahrungen im Umgang mit seinen Problemen zu machen

In unserem Haus bilden zehn bis zwölf Patienten und der Therapeut eine Psychotherapiegruppe. Die Beziehungen zu den anderen Gruppenmitgliedern und dem Therapeuten ermöglichen es, in einem geschützten Rahmen eigene Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen nachzuerleben und zu bearbeiten. 

Gemeinsam lernen und erleben

Gruppenpsychotherapie wird von psychologischen und ärztlichen Therapeuten mit drei Sitzungen pro Woche bei einer Sitzungsdauer von jeweils 90 Min überwiegend als geschlossene Gruppen durchgeführt, d. h. in der Regel reisen die Patienten gemeinsam an und gemeinsam ab.

In der Gruppenpsychotherapie werden spezielle Phänomene genutzt, die nur in der Gruppe auftreten, wie die sog. Gruppendynamik. Die Personen treten miteinander in Kontakt und tauschen sich über ihre Erfahrungen und Erlebnisse aus. In den Gruppensituationen wiederholt sich in der Regel das Rollenverhalten, wie es in der Familie oder im Beruf vorkommt. Dies wird genutzt, um herauszufinden, wie z. B. die Probleme der Teilnehmer entstanden sind und wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten.

Ein geschütztes Umfeld

In den Gruppensitzungen kann jeder sein Anliegen in der Gruppe vorbringen und von ihr eine Rückmeldung erhalten, der Patient entscheidet dabei aber immer selbst, was er von sich preisgeben möchte und was nicht. Darüber hinaus kann der Patient die Fremdwahrnehmung durch andere Teilnehmer zum Abgleich seiner Probleme nutzen und in der Gruppe gemeinsam potentielle Lösungswege erarbeiten.

Die wichtigsten Wirkfaktoren nach Yalom (1985) sind:

  • Selbstöffnung und Ausdruck von Gefühlen (Katharsis)
  • Emotionaler Zusammenhalt in der Gruppe als Zugehörigkeits- und Akzeptanzgefühl (Kohäsion)
  • Erlebnis des Nichtalleineseins mit Problemen (Universalität des Leidens)
  • Gemeinsames, zwischenmenschliches Lernen, wie z. B. Beziehungen zu anderen aufzunehmen, sich selbst anderen gegenüber öffnen, anderen Rückmeldung zu geben oder selbst zu erhalten und anzunehmen (Interpersonelles Lernen)
  • Anderen eine Hilfe sein zu können und den eigenen Wert durch andere zu erleben (Altruismus)

Die therapeutische Gemeinschaft – welche gegenseitiges Lernen und die Übernahme von (Selbst-) Verantwortung fördert – wird in der Gruppe gepflegt. Sie hilft dabei nicht nur bei der Bewältigung des Alltags, sie dient vor allen Dingen als Lernerfahrung, um in einem sicheren Umfeld sozial und emotional eine Neuorientierung wagen zu können.

Die stabile Arbeitsbeziehung zwischen Therapeut und Patient bildet eine wichtige Grundlage für die Bearbeitung psychischer und/oder körperlicher Probleme. Einzelpsychotherapien werden von ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt, mit einer Häufigkeit von einer Sitzung pro Woche. 

Vertrauen bilden durch enge Verbindung

Der Einzeltherapeut ist zugleich der Bezugstherapeut für den Patienten, der mit den Patienten wesentliche Behandlungsabsprachen (Therapiedauer, -setting, Teilnahme an bestimmten Behandlungsangeboten, spezielle Vereinbarungen) trifft.

Die psychotherapeutischen Einzelsitzungen finden in einem vertraulichen Setting statt. Grundlage sind die zuvor geführten Anamnese- und Diagnostikgespräche. Diese dienen dem Therapeuten, wie auch dem Patienten zur Sichtung der Ressourcen und zur Zielorientierung der Therapie. Das psychologische Konzept besteht darin, den Patienten zu aktivieren und zu motivieren, seine Selbstwahrnehmungsfähigkeiten weiter zu entwickeln. Sie bezweckt stets einen Wandel und Ausgleich in der Wahrnehmung und Interpretation von Erlebnissen im Denken, Fühlen und Verhalten, um für Körper und Seele eine gesündere Selbststeuerung zu entwickeln.

"Ein Problem kann man nicht mit der Art des Denkens lösen, die es geschaffen hat."
(Albert Einstein)

Ergotherapie begleitet, unterstützt und befähigt Menschen, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkungen bedroht sind. Diesen Menschen soll es ermöglicht werden, für sie bedeutungsvolle Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer Umwelt durchführen zu können. Zum einen sollen in der Ergotherapie Konzentration, Achtsamkeit, gezielte Aufmerksamkeitslenkung und Fähigkeiten für den Arbeitsplatz gefördert werden. Zum anderen geht es darum, wieder gesunde und förderliche Lebensbereiche aufzubauen, Kreativität zu wecken und die Genussfähigkeit zu verbessern, um die Lebensqualität im Alltag zu steigern.

Unsere Therapieangebote in der Ergotherapie

  • Bezugsgruppe
  • Ergogruppe Werken
  • Arbeitstherapie
  • Kognitives Training
  • Funktionelles Training / Rückenschonendes Arbeiten
  • Gartentherapie

Die Sporttherapie bedient sich der Mittel und Methoden des sportlichen Trainings im Rahmen von Vorbeugung und Rehabilitation. Sie ist eine bewegungstherapeutische Maßnahme, die mit geeigneten Mitteln des Sports gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen kompensiert und regeneriert. Sekundärschäden soll vorgebeugt und gesundheitlich orientiertes Verhalten gefördert werden.

Angebote der Sport- und Bewegungstherapie in unserer Klinik

  • Therapeutisches Bogenschießen
  • Drachenbootfahren (in der Sommersaison)
  • Walking im nahe gelegenen Wald
  • Konditions- und Muskelaufbautraining
  • Bewegung durch Spiele
  • Ergometertraining
  • Rückentraining
  • Wassergymnastik
  • Therapeutischer Stockkampf

Ziele der Sporttherapie

Die Sporttherapie soll Patienten helfen, körperliche, psychische oder soziale Beeinträchtigungen mithilfe von Sport zu überwinden, indem die Körperwahrnehmung verbessert sowie die Koordination und Kondition gesteigert werden. Sie ist nicht auf den Leistungssport ausgerichtet, sondern soll den Patienten durch Sport aktivieren und zu einem angenehmen Körpergefühl führen.

Sie beruht auf biologischen Gesetzmäßigkeiten und bezieht Elemente pädagogischer, psychologischer und soziotherapeutischer Verfahren ein. Durch die Therapie während der Rehabilitation soll eine überdauernde Gesundheitskompetenz erzielt werden.

Wie aus vielen Studien bekannt ist, sind regelmäßiger Sport und Bewegung sehr hilfreich bei der Bewältigung psychosomatischer Beschwerden, deshalb ist die Bewegungstherapie integraler Bestandteil jedes Therapieprogramms.

Der Behandlungsschwerpunkt in der Heinrich-Heine-Klinik bezüglich körperlicher Beschwerden wie z. B. Rückenbeschwerden oder Verspannungen basiert auf aktivierenden therapeutischen Maßnahmen im Rahmen der Bewegungstherapie sowie Psychotherapie (z. B. regelmäßiges Walking, Wassergymnastik, Rückentraining, Entspannungstraining etc.), um nachhaltige Effekte und Änderungen im Bewegungs- und Anspannungsverhalten zu erzielen und die Selbstwirksamkeit zu erhöhen. Ergänzend dazu können nach medizinischer Indikation auch ggf. passive Maßnahmen wie Fango und/oder Massage zur Anwendung kommen. Die Verordnung und Anzahl richtet sich nach der medizinischen Indikation.

Unsere Therapieangebote:

  • Physiotherapie
  • Manuelle Therapie
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Diverse Massageformen (u.a. Hydrojet-Massage)

Elektrotherapieverfahren:

  • Reizstrom
  • Ultraschall (US)

Wärmetherapieverfahren:

  • Fangopackung
  • Rotlicht
  • Bäder

"Tu Deinem Körper etwas Gutes, damit Deine Seele Lust hat, darin zu wohnen."
(Teresa von Avila)

Entspannungsverfahren sind übende Verfahren zur Verringerung körperlicher und geistiger Anspannung oder Erregung. Körperliche Entspannung und das Erleben von Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden sind eng miteinander verbunden. Entspannungsverfahren werden als Behandlungsverfahren in der Psychotherapie und allgemein zur Psychohygiene genutzt.

Entspannung lernen

Für die Übung der Entspannungsverfahren gibt es ritualisierte Settings, in denen eine bestimmte Zeitdauer der Übung mit festgelegten Übungsphasen, eine bestimmte körperliche Haltung, zumeist Sitzen oder Liegen, und die Konzentration auf bestimmte Vorstellungen oder Empfindungen vorgegeben werden.

Die Entspannungsreaktion steht im Gegensatz zur Stressreaktion. Beide Reaktionen unterliegen psychophysiologischen Prozessen in der Wechselwirkung zwischen psychischen Vorgängen und körperlichen Funktionen. 

Einklang von Körper und Geist

Manche Entspannungsverfahren, wie zum Beispiel die progressive Muskelentspannung, nutzen stärker die Möglichkeit, durch Veränderung körperlicher Funktionen auf psychische Vorgänge Einfluss zu nehmen, während andere Entspannungsverfahren, wie zum Beispiel das autogene Training, stärker die Möglichkeit nutzen, durch Veränderungen psychischer Vorgänge die körperlichen Funktionen zu beeinflussen. In beiden Vorgehensweisen kann sich der Übende über die Zusammenhänge zwischen seinen körperlichen Empfindungen und seinen Bewusstseinszuständen bewusster werden.

In der Übung eines Entspannungsverfahrens lernt der Übende, seine Gedanken und seinen Körper bewusst zu beeinflussen. Eine in dieser Weise bewirkte Steigerung des Wohlbefindens und Linderung oder bessere Bewältigung von Beschwerden stärkt das Erleben von Selbstwirksamkeit, Selbstkontrolle und Selbstkompetenz.

Bei uns im Haus werden angeboten:

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Bei diesem Entspannungsverfahren spannt der Übende einzelne Muskelgruppen an und lässt sie dann wieder los. Wesentliches Element der meist einfachen und schnell zu erlernenden Übungen ist die Achtsamkeit des Übenden für die empfundenen Unterschiede zwischen Anspannung und Entspannung. Durch die Entspannung der Muskeln sinkt der Blutdruck und die Pulsfrequenz, der Organismus kommt zur Ruhe und kann die eigenen Selbstheilungskräfte nutzen. So kann auch dem Stress vorgebeugt werden.

Autogenes Training

AT ist ein von Johannes Heinrich Schultz in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickeltes autosuggestives Entspannungsverfahren. Der Übende konzentriert sich auf kurze formelhafte Vorstellungen, die einige Zeit langsam wiederholt werden, wie zum Beispiel „Die Arme und Beine sind schwer.“ oder „Die Atmung geht ruhig und gleichmäßig.“ Dadurch wird das im Alltag häufig aus der Balance geratende Gleichgewicht aus Parasympathikus (Entspannung) und Sympathikus (Anspannung) harmonisiert.

Diese klassische Selbstentspannungsmethode hilft, in stressigen Lebensphasen wieder zu mehr Ruhe zu gelangen. Viele unserer Patienten nutzen Autogenes Training auch nach der Rehabilitation zum Einschlafen oder vorbeugend zur Psychohygiene.

Qi Gong

Qi Gong ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist, die eng mit dem Tai Chi verwandt ist. Zur Praxis gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und Meditationsübungen. Die Übungen sollen der Harmonisierung und Regulierung des Energie-Flusses im Körper dienen.

"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar."
(Paul Klee)

Kreativtherapien unterscheiden sich von anderen Therapieformen dadurch, dass zu der Beziehung Patient – Therapeut ein Drittes hinzutritt: das künstlerische Medium. Kreative Therapien können − wie in tiefenpsychologischen Ansätzen − die künstlerische Gestaltung zum Anlass nehmen, seelischen Konflikten durch künstlerische Mittel Ausdruck zu verleihen und über sie zu sprechen. 

Sie können − wie in prozessorientierten Ansätzen – das Therapeutische des künstlerischen Tuns in den Vordergrund rücken oder sie können − in rezeptiven Ansätzen − die Wirkung des Mediums auf den Klienten zum Ausgangspunkt der therapeutischen Praxis nehmen. Ihnen kommen dabei unterschiedliche Funktionen zu, wie beispielsweise die Konfliktbewältigung, Krankheitsverarbeitung oder die Aktivierung von Ressourcen.

Bei uns im Hause werden angeboten:

Musiktherapie

Musiktherapie dient der Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit. Es gibt zwei Richtungen der Musiktherapie: In der rezeptiven Musiktherapie wird therapeutische Wirkung durch das Hören von Musik erzielt. In der aktiven Musiktherapie hingegen wird der Patient zum Musizieren motiviert und dadurch therapiert.

Tanztherapie

Der frei improvisierte Tanz dient dem individuellen Ausdrücken, Verstehen und Verarbeiten von Gefühlen und Beziehungen. Der Tanz, also jede Art von Bewegung mit kreativem Ausdruck und Kommunikation, ist der Kernbestandteil der Tanztherapie. Die dabei geförderte Körper- und Selbstwahrnehmung führt zu einer Erweiterung des Bewegungsrepertoires, unterstützt den authentischen Ausdruck und dient dabei der Integration von körperlichen, emotionalen und kognitiven Prozessen.

Kunsttherapie

Die Kunsttherapie ist ein zweistufiges Therapieverfahren, welches das Malen und das Gespräch über das entstandene künstlerische Objekt umfasst. Die entstandenen Objekte gelten als Visualisierungen von Unbewusstem, das sich in symbolischen Darstellungen manifestiert. Seelische Prozesse werden sichtbar gemacht, wodurch der therapeutische Prozess angepasst und optimiert werden kann.